„Du bist mein, nicht wahr, ganz allein mein? Ich hab's ja nicht mehr aushalten können! Ach Ingo, sag's, nicht wahr, ich verliere dich nie mehr, nie mehr, nie mehr?”
„Bis in den Tod, Elisabeth!”
„Bis in die Ewigkeit, Ingo! In alle, alle Ewigkeit! Ewig, ewig, ewig dein!”
Sie erzählte, daß sie keiner Menschenseele von dieser Fahrt nach Eisenach gesagt habe, sondern nach Weimar gefahren sei, um Tante Adelheid zu besuchen. Von dort kam sie her. Sie sprach von allem, was bisher die Liebenden getrennt, sie sprach abgerissen, in Worte zusammendrängend, ohne Satzbildung. Aber sie verstanden sich doch. Es durchflutete die beiden Menschen, die sich so lange gesucht hatten, ein Empfinden, das ihnen bisher unbekannt war: der Jubel der Erfüllung.
Und er gedachte jenes Ringes, den er in Genf gekauft. Er tastete danach, immer noch in ihre herrliche Haarflut gehüllt, und steckte ihn an ihren Finger und zog ihren Schmuckring ab und steckte ihn sich selber an.
„Meine Braut! Mein Weib!”
„Bin ich das? Bin ich dein Weib?”
„Meine Frau halt' ich im Arm! Und was bin ich?”
„Mein süßer Liebster, mein Bräutigam, mein lieber, lieber Mann!”
Ihre Stimme war Herz und Seele; wie ein Kind lag sie an seinem Halse. Die Qual und Spannung von Jahren löste sich in diesen heilig-seligen Augenblicken mit erschütternder Gewalt.