Durchaus hoffe ich das Beste. Denn wenn diejenigen die productiv sind und auf mancherley Weise etwas leisten können, die Critik im eigentlichen Sinne, nicht wohl treiben mögen; so ist es denn doch auch erfreulich gelegentlich die Ideen und Maximen, von denen unsere übrige Thätigkeit geleitet und bestimmt wird, auszusprechen und auch durch die Reflexion dem Unsichtbaren und unaussprechlichen eine Art von Körper zu leihen. Und dieß bey Gelegenheit, nicht etwa ex professo, wozu man sich nicht leicht entschließt. Hiemit lassen Sie mich endigen, damit der Brief heute fortkomme.

Sollte es Ihre Lage, wie ich wünsche, erlauben uns zu besuchen; so wünsche ich es bey Zeiten zu erfahren damit Sie mich in Weimar finden.

W. d. 6ten Octobr 1803.

G

**
*

Daß wir von einem Posttage zum andern auf Ihre bedeutenden Beyträge warten, können Sie wohl selbst denken. Von Ihnen, Steffens, Bernardi, Schleyermacher vernehmen wir kein Wort, möchten Sie doch sämmtlich bald sich desto erfreulicher zeigen! Mehr sage ich nicht und füge nur ein herzliches Lebewohl hinzu

Weimar am 12 Jan. 1804.

Goethe

**
*

Könnt ich einen bessern Dank für das Ueberschickte und einen bedeutendern Gruß als durch HE. Hofr. v. Müller übermachen