Mad. Belmont. Wer konnte ein solches Unglück vorhersehen!
Karl Firmin (leidenschaftlich). So ist das Talent geächtet, so ist die Redlichkeit ein Verbrechen in diesem verderbten Lande! Der rechtschaffene Mann behauptet sich kaum einen Tag lang, und das Glück bleibt nur dem Nichtswürdigen getreu.
Narbonne (sehr ernst). Nichts übereilt, junger Mann!—Der Himmel ist gerecht, und früher oder später erreicht den Schuldigen die Strafe.
Selicour. Aber sagen Sie mir, kennt man denn nicht wenigstens die
Veranlassung dieses unglücklichen Vorfalls?
La Roche. Leider nur zu gut kennt man sie. Ein gewisses Memoire ist
Schuld an dem ganzen Unglück.
Firmin (lebhaft). Ein Memoire! (Zum Minister) Dasselbe vielleicht, das ich Sie heute lesen sah?
Selicour. Wo die Regierung selbst mit einer Freiheit, einer Kühnheit behandelt wurde—
La Roche. Ganz recht! Das nämliche.
Selicour. Nun, da haben wirs! Hatte ich nun Unrecht, zu sagen, daß es nicht immer räthlich ist, die Wahrheit zu sagen?
Narbonne. Wo die Pflicht spricht, da bedenke ich nichts. Und was auch der Erfolg sei, nie werde ich's bereuen, meine Pflicht gethan zu haben.