Narbonne. Ein Geschäft kann ich Ihnen wenigstens noch auftragen, das zugleich Fähigkeit und Muth erfordert.

Selicour. Befehlen Sie!

Narbonne. Mein Vorgänger hat durch seine üble Verwaltung ein Heer von Mißbräuchen einreißen lassen, die trotz aller unsrer Bemühungen noch nicht abgestellt sind. Es wäre daher ein Memoire aufzusetzen, worin man alle Gebrechen aufdeckte und der Regierung selbst ohne Schonung die Wahrheit sagte.

Selicour. Erlauben aber Euer Excellenz—eine solche Schrift könnte für ihren Verfasser, könnte für Sie selbst bedenkliche Folgen haben.

Narbonne. Das kümmert mich nicht—Keine Gefahr, keine persönliche
Rücksicht darf in Anschlag kommen, wo die Pflicht gebietet.

Selicour. Das ist würdig gedacht!

Narbonne. Sie sind der Mann zu diesem Werk—Ich brauche Ihnen weiter nichts darüber zu sagen.—Sie kennen das Uebel so gut und besser noch, als ich selbst.

Selicour. Und ich bin, hoffe ich, mit Ihnen darüber einerlei Meinung.

Narbonne. Ohne Zweifel. Dies Geschäft hat Eile. Ich verlasse Sie; verlieren Sie keine Zeit, es ist gerade jetzt der günstige Augenblick —ich möchte es wo möglich noch heute an die Behörde absenden.—Kurz und bündig—es kann mit Wenigem viel gesagt werden! Leben Sie wohl! Gehen Sie ja gleich an die Arbeit! (Er geht ab.)

Sechster Auftritt.