Karl. Aber keine Unbesonnenheit, Herr La Roche! Bedenken Sie, was auf dem Spiele steht!

La Roche. Meine Ehre steht auf dem Spiele, junger Herr, und die liegt mir nicht weniger am Herzen, als euch die Liebe—Fort! Hinein! Sie sollen weiter von mir hören.

Achter Auftritt.

La Roche allein.

Laß sehen—Er suchte von jeher die schwachen Seiten seiner Obern auszuspüren, um sich ihnen nothwendig zu machen. Noch diesen Morgen hatte er's mit dem Kammerdiener—Der Kerl ist ein Plauderer—Es wollte etwas von einem galanten Abenteuer des Ministers verlauten— Er habe Zimmer besprochen in der Vorstadt.—Ich glaube kein Wort davon; aber man könnte versuchen—Doch still! Da kömmt er!

Neunter Auftritt.

La Roche und Selicour.

Selicour (ohne ihn zu bemerken). Alles geht nach Wunsch, und doch bin ich nicht ganz ohne Sorgen—Noch hab' ich weder die Stelle, noch die Braut, und da ist Sohn und Vater, die mir auf den Dienst lauern und mir jeden Augenblick beides wegfischen können—Wenn ich sie entfernen könnte—Aber wie? Dem Minister ist nicht beizukommen— Diese Leute, die ihren geraden Weg gehen, brauchen Niemand—man kann sie nicht in seine Gewalt bekommen—Ja, wenn er etwas zu vertuschen hätte—wenn ich ihm eine Schwäche ablauern könnte, die mich ihm unentbehrlich machte!

La Roche (für sich). Recht so! Der läuft mir in die Hände!

Selicour. Ach, sieh da! Herr La Roche!