Narbonne. Vollkommen.
Selicour. Man muß Nachsicht haben.—Ich—ich halte zwar auf gute Sitten—Aber, was diesen Punkt betrifft—wenn man nur den öffentlichen Anstoß vermeidet—Ich gehe vielleicht darin zu weit— aber das gute Herz reißt mich hin—und mein höchster Wunsch ist, Sie glücklich zu sehen—
Vierter Auftritt.
Vorige. Michel.
Michel. So eben gibt man diese Briefe ab.
Narbonne (zu Selicour). Die sind für Sie.
Selicour. Mit Ihrer Erlaubniß! Es sind Geschäftsbriefe, die gleich expediert sein wollen—Frisch zur Arbeit und frisch ans Vergnügen. So bin ich einmal! (Geht ab.)
Fünfter Auftritt.
Narbonne allein.
Kaum kann ich mich von meinem Erstaunen erholen—Dieser Selicour— ja, nun zweifle ich nicht mehr, dieser Selicour war der schändliche Helfershelfer meines Vorgängers—Ich gebe mich nicht für besser, als Andere. Jeder hat seine Fehler—aber sich mit dieser Schamlosigkeit anzubieten!—Und diesem Nichtswürdigen wollte ich mein Kind hinopfern—mit diesem Verräther wollte ich den Staat betrügen?—Aus Freundschaft will er alles für mich thun, sagt er. Sind das unsere Freunde, die unsern Lastern dienen?