Champagne. Wie, gnädiger Herr, ist das mein Dank?

Oberst. Bleib, Hallunke!—Wahrlich, meine Frau (hier macht Champagne eine Bewegung des Schreckens) ist die Närrin nicht, für die ich sie hielt—und einen solchen Schelmstreich sollte ich so hingehen lassen?—Nein, Gott verdamm' mich, wenn ich nicht auf der Stelle meine volle Rache dafür nehme.—Es ist noch nicht so spät. Ich eile zu meinem Notar. Ich bring' ihn mit. Noch heute Nacht heirathet Lormeuil meine Tochter—Ich überrasche meinen Neffen—er muß mir den Heirathscontract seiner Base noch selbst mit unterzeichnen—Und was dich betrifft, Hallunke-Champagne. Ich, gnädiger Herr, ich will mit unterzeichnen—ich will auf der Hochzeit mit tanzen, wenn Sie's befehlen.

Oberst. Ja, Schurke, ich will dich tanzen machen!—Und die Quittung über die hundert Pistolen, merk' ich jetzt wohl, habe ich auch nicht der Ehrlichkeit des Wucherers zu verdanken.—Zu meinem Glück hat der Juwelier Bankerott gemacht—Mein Taugenichts von Neffe begnügte sich nicht, seine Schulden mit meinem Gelde zu bezahlen; er macht auch noch neue auf meinen Kredit.—Schon gut! Er soll mir dafür bezahlen! —Und du, ehrlicher Gesell, rechne auf eine tüchtige Belohnung.—Es thut mir leid, daß ich meinen Stock nicht bei mir habe; aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. (Ab.)

Champagne. Ich falle aus den Wolken! Muß dieser verwünschte Onkel auch gerade jetzt zurückkommen und mir in den Weg laufen, recht ausdrücklich, um mich plaudern zu machen—Ich Esel, daß ich ihm auch erzählen mußte—Ja, wenn ich noch wenigstens ein Glas zu viel getrunken hätte—Aber so!

Zehnter Auftritt.

Champagne. Franz Dorsigny. Frau von Mirville.

Fr. v. Mirville (kommt sachte hervor und spricht in die Scene zurück). Das Feld ist rein—du kannst herauskommen—es ist Niemand hier als Champagne.

Dorsigny (tritt ein).

Champagne (kehrt sich um und fährt zurück, da er ihn erblickt). Mein
Gott, da kommt er schon wieder zurück! Jetzt wird's losgehen! (Sich
Dorsigny zu Füßen werfend.) Barmherzigkeit, gnädiger Herr!
Gnade—Gnade einem armen Schelm, der ja unschuldig—der es freilich
verdient hätte-Dorsigny. Was soll denn das vorstellen? Steh auf!
Ich will dir ja nichts zu Leide thun.

Champagne. Sie wollen mir nichts thun, gnädiger Herr-Dorsigny. Mein Gott, nein! Ganz im Gegentheil, ich bin recht wohl mit dir zufrieden—da du deine Rolle so gut gespielt hast.