Oberst. Was will der Bursch?

Erster Unterofficier. Es ist der Postillon, der Sie fahren soll.

Postillon. Sieh doch! Sind Sie's, Herr Hauptmann, der abreist?—Sie haben kurze Geschäfte hier gemacht—Heute Abend kommen Sie an, und in der Nacht geht's wieder fort.

Oberst. Woher weißt denn du?

Postillon. Ei! Ei! War ich' s denn nicht, der Sie vor etlichen
Stunden an der Hinterthür dieses Hauses absetzte? Sie sehen, mein
Capitän, daß ich Ihr Geld wohl angewendet—ja, ja, wenn mir Einer was
zu vertrinken gibt, so erfüll' ich gewissenhaft und redlich die
Absicht.

Oberst. Was sagst du, Kerl? Mich hättest du gefahren? Mich?

Postillon. Sie, Herr!—Ja doch, beim Teufel, und da steht ja Ihr Bedienter, der den Vorreiter machte—Gott grüß' dich, Gaudieb! Eben der hat mir's ja im Vertrauen gesteckt, daß Sie ein Herr Hauptmann seien und von Straßburg heimlich nach Paris gingen.-Oberst. Wie, Schurke? Ich wäre das gewesen?

Postillon. Ja, Sie! Und der auf dem ganzen Wege laut mit sich selbst sprach und an Einem fort rief: Meine Sophie! Mein liebes Bäschen! Mein englisches Cousinchen!—Wie? haben Sie das schon vergessen?

Champagne (zum Oberst). Ich bin's nicht, gnädiger Herr, der ihm diese Worte in den Mund legt—Wer wird aber auch auf öffentlicher Poststraße so laut von seiner Gebieterin reden!

Oberst. Es ist beschlossen, ich seh's, ich soll nach Straßburg, um der Sünden meines Neffen willen-Erster Unterofficier. Also, mein Herr Hauptmann-Oberst. Also, mein Herr Geleitsmann, also muß ich freilich mit Ihnen fort, aber ich kann Sie versichern, sehr wider meinen Willen.