Don Manuel. Wir sind versöhnt, seit heute sind wir Brüder,
Nicht von Geburt nur, nein! von Herzen auch!
Beatrice.
Versöhnt, seit heute!
Don Manuel.
Sage mir, was ist das?
Was bringt dich so in Aufruhr? Kennst du mehr
Als nur den Namen bloß von meinem Hause?
Weiß ich dein ganz Geheimniß? Hast du nichts,
Nichts mir verschwiegen oder vorenthalten?
Beatrice.
Was denkst du? Wie? Was hätt' ich zu gestehen?
Don Manuel.
Von deiner Mutter hast du mir noch nichts
Gesagt. Wer ist sie? Würdest du sie kennen,
Wenn ich sie dir beschriebe—dir sie zeigte?
Beatrice.
Du kennst sie—kennst sie und verbargst sie mir?
Don Manuel.
Weh dir und wehe mir, wenn ich sie kenne!
Beatrice.
O, sie ist gütig, wie das Licht der Sonne!
Ich seh' sie vor mir, die Erinnerung
Belebt sich wieder, aus der Seele Tiefen
Erhebt sich mir die göttliche Gestalt.
Der braunen Locken dunkle Ringe seh' ich
Des weißen Halses edle Form beschatten,
Ich seh' der Stirne rein gewölbten Bogen,
Des großen Auges dunkelhellen Glanz,
Auch ihrer Stimme seelenvolle Töne
Erwachen mir—
Don Manuel.
Weh mir! Du schilderst sie!
Beatrice.
Und ich entfloh ihr! Konnte sie verlassen,
Vielleicht am Morgen eben dieses Tags,
Der mich auf ewig ihr vereinen sollte!
O, selbst die Mutter gab ich hin für dich!