Don Cesar.
Nicht auf der Welt lebt, wer mich richten strafen kann,
Drum muß ich selber an mir selber es vollziehn.
Bußfert'ge Sühne, weiß ich, nimmt der Himmel an;
Doch nur mit Blut büßt sich ab der blut'ge Mord.
Chor. (Cajetan.)
Des Jammers Fluthen, die auf dieses Haus gestürmt,
Ziemt dir zu brechen, nicht zu häufen Leid auf Leid.
Don Cesar.
Den alten Fluch des Hauses lös' ich sterbend auf,
Der freie Tod nur bricht die Kette des Geschicks.
Chor. (Cajetan.)
Zum Herrn bist du dich schuldig dem verwaisten Land,
Weil du des andern Herrscherhauptes uns beraubt.
Don Cesar.
Zuerst den Todesgöttern zahl' ich meine Schuld,
Ein andrer Gott mag sorgen für die Lebenden.
Chor. (Cajetan.)
So weit die Sonne leuchtet, ist die Hoffnung auch,
Nur von dem Tod gewinnt sich nichts! Bedenk' es wohl!
Don Cesar.
Du selbst bedenke schweigend deine Dienerpflicht!
Mich laß dem Geist gehorchend, der mich furchtbar treibt,
Denn in das Innre kann kein Glücklicher mir schaun.
Und ehrst du fürchtend auch den Herrscher nicht in mir,
Den Verbrecher fürchte, den der Flüche schwerster drückt!
Das Haupt verehre des Unglücklichen,
Das auch den Göttern heilig ist—Wer das erfuhr,
Was ist erleide und im Busen fühle,
Gibt keinem Irdischen mehr Rechenschaft.
Neunter Auftritt.
Donna Isabella. Don Cesar. Der Chor.
Isabella (kommt mit zögernden Schritten und wirft unschlüssige
Blicke auf Don Cesar. Endlich tritt sie ihm näher und spricht
mit gefaßtem Ton).
Dich sollten meine Augen nicht mehr schauen,
So hatt' ich mir's in meinem Schmerz gelobt;
Doch in die Luft verwehen die Entschlüsse,
Die eine Mutter, unnatürlich wüthend,
Wider des Herzens Stimme faßt—Mein Sohn!
Mich treibt ein unglückseliges Gerücht
Aus meines Schmerzens öden Wohnungen
Hervor—Soll ich ihm glauben? Ist es wahr,
Daß mir ein Tag zwei Söhne rauben soll?