Isabella.
Fleh' ihn, dich oder Niemand wird er hören,
Daß er den Stab nicht raube dir und mir.

Beatrice.
Ein Opfer fordert der geliebte Todte;
Es soll ihm werden, Mutter—Aber mich
Laß dieses Opfer sein! Dem Tode war ich
Geweiht, eh' ich das Leben sah. Mich fordert
Der Fluch, der dieses Haus verfolgt, und Raub
Am Himmel ist das Leben, das ich lebe.
Ich bin's, die ihn gemordet, eures Streits
Entschlafne Furien geweckte—Mir
Gebührt es, seine Manen zu versöhnen!

Chor. (Cajetan.)
O jammervolle Mutter! Hin zum Tod
Drängen sich eifernd alle deine Kinder
Und lassen dich allein, verlassen stehen
Um freudlos öden, liebeleeren Leben.

Beatrice.
Du, Bruder, rette dein geliebtes Haupt!
Für deine Mutter lebe! Sie bedarf
Des Sohnes; erst heute fand sie eine Tochter,
Und leicht entbehrt sie, was sie nie besaß.

Don Cesar (mit tief verwundeter Seele).
Wir mögen leben, Mutter, oder sterben,
Wenn sie nur dem Geliebten sich vereinigt!

Beatrice.
Beneidest du des Bruders todten Staub?

Don Cesar.
Er lebt in deinem Schmerz ein selig Leben,
Ich werde ewig todt sein bei den Todten.

Beatrice.
O Bruder!

Don Cesar (mit dem Ausdruck der heftigsten Leidenschaft).
Schwester, weinest du um mich?

Beatrice.
Lebe für unsre Mutter!