KARL. So sei mein Anteil an dem ewgen Heil,
Als Herz und Handschlag bei mir einig sind.
Welch andres Pfand verlangt der Herzog noch?
CHATILLON (mit einem Blick auf Du Chatel).
Hier seh ich einen, dessen Gegenwart
Den ersten Gruß vergiften könnte.
(Du Chatel geht schweigend)
KARL. Geh,
Du Chatel! Bis der Herzog deinen Anblick
Ertragen kann, magst du verborgen bleiben!
(Er folgt ihm mit den Augen, dann eilt er ihm nach und umarmt ihn)
Rechtschaffner Freund! Du wolltest mehr als dies
Für meine Ruhe tun!
(Du Chatel geht ab)
CHATILLON. Die andern Punkte nennt dies Instrument.
KARL (zum Erzbischof). Bringt es in Ordnung. Wir genehmgen alles,
Für einen Freund ist uns kein Preis zu hoch.
Geht, Dunois! Nehmt hundert edle Ritter
Mit Euch und holt den Herzog freundlich ein.
Die Truppen alle sollen sich mit Zweigen
Bekränzen, ihre Brüder zu empfangen.
Zum Feste schmücke sich die ganze Stadt,
Und alle Glocken sollen es verkünden,
Daß Frankreich und Burgund sich neu verbünden.
(Ein Edelknecht kommt. Man hört Trompeten)
Horch! Was bedeutet der Trompeten Ruf?
EDELKNECHT. Der Herzog von Burgund hält seinen Einzug. (Geht ab)
DUNOIS (geht mit La Hire und Chatillon). Auf! Ihm entgegen!
KARL (zur Sorel). Agnes, du weinst? Beinah gebricht auch mir
Die Stärke, diesen Auftritt zu ertragen.
Wie viele Todesopfer mußten fallen,
Bis wir uns friedlich konnten wiedersehen.
Doch endlich legt sich jedes Sturmes Wut,
Tag wird es auf die dickste Nacht, und kommt
Die Zeit, so reifen auch die spätsten Früchte!
ERZBISCHOF (am Fenster).
Der Herzog kann sich des Gedränges kaum
Erledigen. Sie heben ihn vom Pferd,
Sie küssen seinen Mantel, seine Sporen.