MARGOT. Sahst du die Schwester?

CLAUDE MARIE. Die im goldnen Harnisch,
Die vor dem König herging mit der Fahne!

MARGOT. Sie wars. Es war Johanna, unsre Schwester!

LOUISON. Und sie erkannt uns nicht! Sie ahndete
Die Nähe nicht der schwesterlichen Brust.
Sie sah zur Erde und erschien so blaß,
Und unter ihrer Fahne ging sie zitternd—
Ich konnte mich nicht freun, da ich sie sah.

MARGOT. So hab ich unsre Schwester nun im Glanz
Und in der Herrlichkeit gesehn.—Wer hätte
Auch nur im Traum geahndet und gedacht,
Da sie die Herde trieb auf unsern Bergen,
Daß wir in solcher Pracht sie würden schauen.

LOUISON. Der Traum des Vaters ist erfüllt, daß wir
Zu Reims uns vor der Schwester würden neigen.
Das ist die Kirche, die der Vater sah
Im Traum, und alles hat sich nun erfüllt.
Doch der Vater sah auch traurige Gesichte,
Ach, mich bekümmerts, sie so groß zu sehn!

BERTRAND. Was stehn wir müßig hier? Kommt in die Kirche,
Die heilge Handlung anzusehn!

MARGOT. Ja kommt!
Vielleicht, daß wir der Schwester dort begegnen.

LOUISON. Wir haben sie gesehen, kehren wir
In unser Dorf zurück.

MARGOT. Was? Eh wir sie
Begrüßt und angeredet?