LOUISON. Er weiß nicht, daß wir hier sind.
JOHANNA. Weiß es nicht!
Warum nicht?—Ihr verwirret euch? Ihr schweigt
Und seht zur Erde! Sagt, wo ist der Vater?
MARGOT. Seitdem du weg bist
LOUISON (winkt ihr). Margot!
MARGOT. Ist der Vater
Schwermütig worden.
JOHANNA. Schwermütig!
LOUISON. Tröste dich!
Du kennst des Vaters ahndungsvolle Seele!
Er wird sich fassen, sich zufrieden geben,
Wenn wir ihm sagen, daß du glücklich bist.
MARGOT. Du bist doch glücklich? Ja du mußt es sein,
Da du so groß bist und geehrt!
JOHANNA. Ich bins.
Da ich euch wieder sehe, eure Stimme
Vernehme, den geliebten Ton, mich heim
Erinnre an die väterliche Flur.
Da ich die Herde trieb auf unsern Höhen,
Da war ich glücklich wie im Paradies—
Kann ichs nicht wieder sein, nicht wieder werden!
(Sie verbirgt ihr Gesicht an Louisons Brust. Claude Marie,
Etienne und Bertrand zeigen sich und bleiben schüchtern in
der Ferne stehen)
MARGOT. Kommt, Etienne! Bertrand! Claude Marie!
Die Schwester ist nicht stolz, sie ist so sanft
Und spricht so freundlich, als sie nie getan,
Da sie noch in dem Dorf mit uns gelebt.
(Jene treten näher und wollen ihr die Hand reichen, Johanna
sieht sie mit starren Blicken an, und fällt in ein tiefes Staunen)