ERZBISCHOF (zur Johanna).
Im Namen Gottes frag ich dich. Schweigst du
Aus dem Gefühl der Unschuld oder Schuld,
Wenn dieses Donners Stimme fiir dich zeugt,
So fasse dieses Kreuz und gib ein Zeichen!
(Johanna bleibt unbeweglich. Neue heftige Donnerschläge.
Der König, Agnes Sorel, Erzbischof, Burgund, La Hire und
Du Chatel gehen ab)
VIERTER AUFZUG
Zwölfter Auftritt
Dunois. Johanna
DUNOIS. Du bist mein Weib—Ich hab an dich geglaubt
Beim ersten Blick, und also denk ich noch.
Dir glaub ich mehr als diesen Zeichen allen,
Als diesem Donner selbst, der droben spricht.
Du schweigst in edelm Zorn, verachtest es,
In deine heilge Unschuld eingehüllt,
So schändlichen Verdacht zu widerlegen.
—Veracht es, aber mir vertraue dich,
An deiner Unschuld hab ich nie gezweifelt.
Sag mir kein Wort, die Hand nur reiche mir
Zum Pfand und Zeichen, daß du meinem Arme
Getrost vertraust und deiner guten Sache.
(Er reicht ihr die Hand hin, sie wendet sich mit einer
zuckenden Bewegung von ihm hinweg; er bleibt in starrem
Entsetzen stehen)
VIERTER AUFZUG
Dreizehnter Auftritt
Johanna. Du Chatel. Dunois. Zuletzt Raimond
DU CHATEL (zurückkommend). Johanna d'Arc! Der König will erlauben, Daß Ihr die Stadt verlasset ungekränkt. Die Tore stehn Euch offen. Fürchtet keine Beleidigung. Euch schützt des Königs Frieden— Folgt mir, Graf Dunois—Ihr habt nicht Ehre, Hier länger zu verweilen—Welch ein Ausgang! (Er geht. Dunois fährt aus seiner Erstarrung auf, wirft noch einen Blick auf Johanna und geht ab. Diese steht einen Augenblick ganz allein. Endlich erscheint Raimond, bleibt eine Weile in der Ferne stehen, und betrachtet sie mit stillem Schmerz. Dann tritt er auf sie zu und faßt sie bei der Hand)