Vierter Auftritt

Raimond. Johanna

JOHANNA (gefaßt und sanft).
Du siehst, mir folgt der Fluch, und alles flieht mich,
Sorg für dich selber und verlaß mich auch.

RAIMOND. Ich Euch verlassen! Jetzt! Und wer soll Euer
Begleiter sein?

JOHANNA. Ich bin nicht unbegleitet.
Du hast den Donner über mir gehört.
Mein Schicksal führt mich. Sorge nicht, ich werde
Ans Ziel gelangen, ohne daß ichs suche.

RAIMOND. Wo wollt Ihr hin? Hier stehn die Engelländer,
Die Euch die grimmig blutge Rache schwuren
Dort stehn die Unsern, die Euch ausgestoßen,
Verbannt—

JOHANNA. Mich wird nichts treffen, als was sein muß.

RAIMOND. Wer soll Euch Nahrung suchen? Wer Euch schützen
Vor wilden Tieren und noch wildern Menschen?
Euch pflegen, wenn Ihr krank und elend werdet?

JOHANNA. Ich kenne alle Kräuter, alle Wurzeln,
Von meinen Schafen lernt ich das Gesunde
Vom Giftgen unterscheiden—ich verstehe
Den Lauf der Sterne und der Wolken Zug
Und die verborgnen Quellen hör ich rauschen.
Der Mensch braucht wenig und an Leben reich
Ist die Natur.

RAIMOND (faßt sie bei der Hand).
Wollt Ihr nicht in Euch gehn,
Euch nicht mit Gott versöhnen—in den Schoß
Der heilgen Kirche reuend wiederkehren,