DUNOIS. Wo ist die Jungfrau?

ERZBISCHOF. Sag es uns, mein Sohn!

RAIMOND. Herr, sie ist keine schwarze Zauberin!
Bei Gott und allen Heiligen bezeug ichs.
Im Irrtum ist das Volk. Ihr habt die Unschuld
Verbannt, die Gottgesendete verstoßen!

DUNOIS. Wo ist sie? Sage!

RAIMOND. Ihr Gefährte war ich
Auf ihrer Flucht in dem Ardennerwald,
Mir hat sie dort ihr Innerstes gebeichtet.
In Martern will ich sterben, meine Seele
Hab keinen Anteil an dem ewgen Heil,
Wenn sie nicht rein ist, Herr, von aller Schuld!

DUNOIS. Die Sonne selbst am Himmel ist nicht reiner!
Wo ist sie, sprich!

RAIMOND. O wenn Euch Gott das Herz
Gewendet hat—So eilt! So rettet sie!
Sie ist gefangen bei den Engelländern.

DUNOIS. Gefangen! Was!

ERZBISCHOF. Die Unglückselige!

RAIMOND. In den Ardennen, wo wir Obdach suchten,
Ward sie ergriffen von der Königin,
Und in der Engelländer Hand geliefert.
O rettet sie, die euch gerettet hat,
Von einem grausenvollen Tode!