Questenberg.
Sie ziehen Ihren Sohn doch ins Geheimnis?

Octavio.
Nein!

Questenberg.
Wie? auch warnen wollen Sie ihn nicht,
In welcher schlimmen Hand er sich befinde?

Octavio.
Ich muß ihn seiner Unschuld anvertrauen.
Verstellung ist der offnen Seele fremd,
Unwissenheit allein kann ihm die Geistesfreiheit
Bewahren, die den Herzog sicher macht.

Questenberg. (besorglich)
Mein würd'ger Freund! Ich hab die beste Meinung
Vom Oberst Piccolomini—doch—wenn—
Bedenken Sie—

Octavio.
Ich muß es darauf wagen—Still! Da kommt er.

Vierter Auftritt

Max Piccolomini. Octavio Piccolomini. Questenberg.

Max.
Da ist er ja gleich selbst. Willkommen, Vater!
(Er umarmt ihn. Wie er sich umwendet, bermerkt er Questenbergen
und tritt kalt zurück.)
Beschäftigt, wie ich seh? Ich will ihn nicht stören.

Octavio.
Wie, Max? Sieh diesen Gast doch näher an.
Aufmerksamkeit verdient ein alter Freund;
Ehrfurcht gebührt dem Boten deines Kaisers.