Herzogin.
Man wünschte wohl, sie möch' auf keinen fremden
Noch lutherischen Herrn gefallen sein.

Wallenstein.
Was wünschen Sie , Elisabeth?

Herzogin.
Ihr Wille, wissen Sie, war stets der meine.

Wallenstein. (nach einer Pause)
Nun—Und wie war die Aufnahm' sonst am Hofe?
(Herzogin schlägt die Augen nieder und schweigt.)
Verbergen Sie mir nichts—Wie war's damit?

Herzogin.
Oh! mein Gemahl—Es ist nicht alles mehr
Wie sonst—Es ist ein Wandel vorgegangen.

Wallenstein.
Wie? Ließ man's an der alten Achtung fehlen?

Herzogin.
Nicht an der Achtung. Würdig und voll Anstand
War das Benehmen—aber an die Stelle
Huldreich vertraulicher Herablassung
War feierliche Förmlichkeit getreten.
Ach! und die zarte Schonung, die man zeigte,
Sie hatte mehr vom Mitleid als der Gunst.
Nein! Herzog Albrechts fürstliche Gemahlin,
Graf Harrachs edle Tochter, hätte so—
Nicht eben so empfangen werden sollen!

Wallenstein.
Man schalt gewiß mein neuestes Betragen?

Herzogin.
O hätte man's getan!—Ich bin's von lang her
Gewohnt, Sie zu entschuldigen, zufrieden
Zu sprechen die entrüsteten Gemüter—
Nein, niemand schalt Sie—Man verhüllte sich
In ein so lastend feierliches Schweigen.
Ach! hier ist kein gewöhnlich Mißverständnis, keine
Vorübergehende Empfindlichkeit—
Etwas unglücklich, unersetzliches ist
Geschehn—Sonst pflegte mich die Königin
Von Ungarn immer ihre liebe Muhme
Zu nennen, mich beim Abschied zu umarmen.

Wallenstein.
Jetzt unterließ sie's?