Wallenstein.
Zweiten—

Herzogin.
Schimpflichern
—Absetzung.

Wallenstein.
Spricht man?
(Heftig bewegt durch das Zimmer gehend.)
Oh! sie zwingen mich, sie stoßen
Gewaltsam, wider meinen Willen, mich hinein.

Herzogin. (sich bittend an ihn schmiegend)
Oh! wenn's noch Zeit ist, mein Gemahl—Wenn es
Mit Unterwerfung, mit Nachgiebigkeit
Kann abgewendet werden—Geben Sie nach—
Gewinnen Sie's dem stolzen Herzen ab,
Es ist Ihr Herr und Kaiser, dem Sie weichen.
Oh! lassen Sie es länger nicht geschehn,
Daß hämische Bosheit Ihre gute Absicht
Durch giftige, verhaßte Deutung schwärze.
Mit Siegeskraft der Wahrheit stehen Sie auf,
Die Lügner, die Verleumder zu beschämen.
Wir haben so der guten Freunde wenig.
Sie wissen's! Unser schnelles Glück hat uns
Dem Haß der Menschen bloßgestellt—Was sind wir,
Wann kaiserliche Huld sich von uns wendet!

Dritter Auftritt

Gräfin Terzky, welche die Prinzessin Thekla an der
Hand führt, zu den Vorigen.

Gräfin.
Wie, Schwester? Von Geschäften schon die Rede
Und, wie ich seh, nicht von erfreulichen,
Eh' er noch seines Kindes froh geworden?
Der Freude gehört der erste Augenblick.
Hier, Vater Friedland! das ist deine Tochter!
(Thekla nähert sich ihm schüchtern und will sich auf seine
Hand beugen; er empfängt sie in seinen Armen und bleibt
einige Zeit in ihrem Anschauen verloren stehen.)

Wallenstein.
Ja! Schön ist mir die Hoffnung aufgegangen.
Ich nehme sie zum Pfande größern Glücks.

Herzogin.
Ein zartes Kind noch war sie, als Sie gingen,
Das große Heer dem Kaiser aufzurichten.
Hernach, als Sie vom Feldzug heimgekehrt
Aus Pommern, war die Tochter schon im Stifte,
Wo sie geblieben ist bis jetzt.

Wallenstein.
Indes
Wir hier im Feld gesorgt, sie groß zu machen,
Das höchste Irdische ihr zu erfechten,
Hat Mutter Natur in stillen Klostermauern
Das Ihrige getan, dem lieben Kind
Aus freier Gunst das Göttliche gegeben
Und führt sie ihrem glänzenden Geschick
Und meiner Hoffnung schön geschmückt entgegen.