Isolani.
Das klingt wie ein latein'scher Spruch—Herr Bruder,
Wie heißt's auf deutsch?
Terzky.
Dem Undankbaren dient kein rechter Mann!
Max.
"Nachdem unser hochgebietender Feldherr, der
Durchlauchtige Fürst von Friedland, wegen vielfältig
empfangener Kränkungen, des Kaisers Dienst zu
Verlassen gemeint gewesen, auf unser einstimmiges
Bitten aber sich bewegen lassen, noch länger bei der
Armee zu verbleiben, und ohne unser Genehmhalten sich
Nicht von uns zu trennen; als verpflichten wir uns wieder
ingesamt, und jeder für sich insbesondere, anstatt eines
körperlichen Eides—auch bei ihm ehrlich und getreu zu
halten, uns auf keinerlei Weise von ihm zu trennen, und
für denselben alles das Unsrige, bis auf den letzten
Blutstropfen, aufzusetzen, so weit nämlich unser dem
Kaiser geleisteter Eid es erlauben wird.
(Die letzten Worte werden von Isolani nachgesprochen.)
Wie wir denn auch, wenn einer oder der andre, von uns, diesem
Verbündnis zuwider, sich von der gemeinen Sache
Absondern sollte, denselben als einen bundesflüchtigen
Verräter erklären, und an seinem Hab und Gut, Leib und
Leben Rache dafür zu nehmen verbunden sein wollen.
Solches bezeugen wir mit Unterschrift unsers Namens."
Terzky.
Bist du gewillt, dies Blatt zu unterschreiben?
Isolani.
Was sollt' er nicht! Jedweder Offizier
Von Ehre kann das—muß das—Dint' und Feder!
Terzky.
Laß gut sein, bis nach der Tafel.
Isolani. (Max fortziehend)
Komm' Er, komm' Er!
(Beide gehen an die Tafel.)
Zweiter Auftritt
Terzky. Neumann.