Octavio.
Sobald mein Sohn herein ist, weiset ihn
Zu mir—Was ist die Glocke?

Kammerdiener.
Gleich ist's Morgen.

Octavio.
Setzt Euer Licht hieher—Wie legen uns
Nicht mehr zu Bette, Ihr könnt schlafen gehn.

(Kammerdiener ab. Octavio geht nachdenkend durchs Zimmer. Max
Piccolomini tritt auf, nicht gleich von ihm bemerkt, und sieht
ihm einige Augenblicke schweigend zu.)

Max.
Bist du mir bös, Octavio? Weiß Gott,
Ich bin nicht schuld an dem verhaßten Streit.
—Ich sah wohl, du hattest unterschrieben;
Was du gebilliget, das konnte mir
Auch recht sein—doch es war—du weißt—ich kann
In solchen Sachen nur dem eignen Licht,
Nicht fremdem folgen.

Octavio. (geht auf ihn zu und umarmt ihm)
Folg ihm ferner auch,
Mein bester Sohn! Es hat dich treuer jetzt
Geleitet als das Beispiel deines Vaters.

Max.
Erklär dich deutlicher.

Octavio.
Ich werd es tun.
Nach dem, was diese Nacht geschehen ist,
Darf kein Geheimnis bleiben zwischen uns.

(Nachdem beide sich niedergesetzt.)

Max, sage mir, was denkst du von dem Eid,
Den man zur Unterschrift uns vorgelegt?