Franz. Pfui doch, pfui doch! sage das nicht! Heiß mich einen Narren, einen aberwitzigen, abgeschmackten Narren! Thu das, lieber Daniel, ich bitte dich drum, spotte mich tüchtig aus!

Daniel. Träume kommen von Gott. Ich will für euch beten.

Franz. Du lügst, sag ich — geh den Augenblick, lauf, spring, sieh, wo der Pastor bleibt, heiß ihn eilen, eilen, aber ich sage dir, du lügst.

Daniel (im Abgehen.) Gott sey euch gnädig!

Franz.

Pöbel-Weisheit, Pöbel-Furcht! — Es ist ja noch nicht ausgemacht, ob das Vergangene nicht vergangen ist, oder ein Auge findet über den Sternen — hum, hum! wer raunte mir das ein? Rächet denn droben über den Sternen einer? — Nein, nein! Ja, ja! Fürchterlich zischelts um mich: Richtet droben einer über den Sternen! Entgegen gehen dem Rächer über den Sternen diese Nacht noch! Nein! sag ich. — Elender Schlupfwinkel, hinter den sich deine Feigheit verstecken will — öd, einsam, taub ist's droben über den Sternen — Wenn's aber doch etwas mehr wäre? Nein, nein, es ist nicht! Ich befehle, es ist nicht! Wenn's aber doch wäre? Weh dir, wenn's nachgezählt worden wäre! wenn's dir vorgezählt würde diese Nacht noch! — Warum schaudert mir so durch die Knochen? — Sterben! warum packt mich das Wort so? Rechenschaft geben dem Rächer droben über den Sternen — und wenn er gerecht ist, Waisen und Witwen, Unterdrückte, Geplagte heulen zu ihm auf, und wenn er gerecht ist? — warum haben sie gelitten, warum hast du über sie triumphiret? —

Pastor Moser (tritt auf.)

Moser. Ihr ließt mich holen, gnädiger Herr! Ich erstaune. Das erstemal in meinem Leben! Habt ihr im Sinn, über die Religion zu spotten, oder fangt ihr an vor ihr zu zittern?

Franz. Spotten oder zittern, je nachdem du mir antwortest. — Höre, Moser, ich will dir zeigen, daß du ein Narr bist, oder die Welt für'n Narren halten willst, und du sollst mir antworten. Hörst du? Auf dein Leben sollst du mir antworten.