Spiegelberg (der sich die ganze Zeit über mit den Pantomimen eines Projektmachers im Stubeneck abgearbeitet hat, springt wild auf.) La Bourse ou la vie! (und packt Schweizern an der Gurgel, der ihn gelassen an die Wand wirft, — Moor läßt den Brief fallen, und rennt hinaus. Alle fahren auf.)

Roller (ihm nach.) Moor! wonaus, Moor? was beginnst du?

Grimm. Was hat er, was hat er? Er ist bleich wie die Leiche.

Schweizer. Das müssen schöne Neuigkeiten seyn! Laß doch sehen!

Roller (nimmt den Brief von der Erde, und liest.)

»Unglücklicher Bruder!« der Anfang klingt lustig. »Nur kürzlich muß ich dir melden, daß deine Hoffnung vereitelt ist — du sollst hingehen, läßt dir der Vater sagen, wohin dich deine Schandthaten führen. Auch, sagt er, werdest du dir keine Hoffnung machen, jemals Gnade zu seinen Füssen zu erwimmern, wenn du nicht gewärtig seyn wollest, im untersten Gewölb seiner Thürme mit Wasser und Brod so lang traktirt zu werden, bis deine Haare wachsen wie Adlers-Federn, und deine Nägel wie Vogelsklauen werden. Das sind seine eigene Worte. Er befiehlt mir, den Brief zu schliessen. Leb wohl auf ewig! Ich bedaure dich —

Franz von Moor.«

Schweizer. Ein zuckersüsses Brüdergen! In der That! — Franz heißt die Kanaille?

Spiegelberg. (sachte herbey schleichend.) Von Wasser und Brod ist die Rede? Ein schönes Leben! Da hab ich anders für euch gesorgt! Sagt' ichs nicht, ich müßt' am Ende für euch alle denken?

Schweizer. Was sagt der Schafskopf? der Esel will für uns alle denken?