Roller. Und auch du Schweizer? (gibt Spiegelberg die rechte Hand.) Also verpfänd ich meine Seele dem Teufel.
Spiegelberg. Und deinen Namen den Sternen! was liegt daran, wohin auch die Seele fährt? Wenn Schaaren vorausgesprengter Kuriere unsere Niederfahrt melden, daß sich die Satane festtäglich herausputzen, sich den tausendjährigen Ruß aus den Wimpern stäuben, und Myriaden gehörnter Köpfe aus der rauchenden Mündung ihrer Schwefel-Kamine hervorwachsen, unsern Einzug zu sehen? Kameraden! (aufgesprungen) frisch auf! Kameraden! was in der Welt wiegt diesen Rausch des Entzückens auf? Kommt Kameraden!
Roller. Sachte nur! Sachte! wohin? das Thier muß auch seinen Kopf haben, Kinder.
Spiegelberg. (Giftig.) Was predigt der Zauderer? Stand nicht der Kopf schon, eh noch ein Glied sich regte? folgt Kameraden!
Roller. Gemach sag ich. Auch die Freyheit muß ihren Herrn haben. Ohne Oberhaupt gieng Rom und Sparta zu Grunde.
Spiegelberg. (Geschmeidig.) Ja — haltet — Roller sagt recht. Und das muß ein erleuchteter Kopf seyn. Versteht ihr? Ein feiner politischer Kopf muß das seyn. Ja! wenn ich mir's denke, was ihr vor einer Stunde waret, was ihr izt seyd, — durch Einen glücklichen Gedanken seyd — Ja freylich, freylich, müßt ihr einen Chef haben — Und wer diesen Gedanken entsponnen, sagt, muß das nicht ein erleuchteter politischer Kopf seyn?
Roller. Wenn sich's hoffen ließe — träumen ließe — Aber ich fürchte, er wird es nicht thun.
Spiegelberg. Warum nicht? Sag's kek heraus, Freund! — So schwer es ist, das kämpfende Schiff gegen die Winde zu lenken, so schwer sie auch drückt die Last der Kronen — Sag's unverzagt, Roller — Vielleicht wird ers doch thun.
Roller. Und lek ist das Ganze, wenn er's nicht thut. Ohne den Moor sind wir Leib ohne Seele.