Herrmann. Alle Teufel! ich will ihm die Augen mit den Nägeln auskratzen.
Franz. Was? du wirst böse? was kannst du böse auf ihn seyn? Was kannst du ihm böses thun? was kann so eine Ratze gegen einen Löwen? Dein Zorn versüßt ihm seinen Triumph nur. Du kannst nichts thun, als deine Zähne zusammenschlagen, und deine Wuth an trocknem Brode auslassen.
Herrmann (stampft auf den Boden.) Ich will ihn zu Staub zerreiben.
Franz (klopft ihm auf die Achsel.) Pfui, Herrmann! du bist ein Kavalier. Du must den Schimpf nicht auf dir sitzen lassen. Du must das Fräulein nicht fahren lassen, nein, das must du um alle Welt nicht thun, Herrmann! Hagel und Wetter! ich würde das äusserste versuchen, wenn ich an deiner Stelle wäre.
Herrmann. Ich ruhe nicht, bis ich Ihn und Ihn unter'm Boden hab.
Franz. Nicht so stürmisch, Herrmann! komm näher — du sollst Amalia haben!
Herrmann. Das muß ich, trutz dem Teufel! das muß ich!
Franz. Du sollst sie haben, sag ich dir, und das von meiner Hand. Komm näher, sag ich — du weist vielleicht nicht, daß Karl so gut als enterbt ist?
Herrmann (näher kommend.) Unbegreiflich, das erste Wort, das ich höre.
Franz. Sey ruhig, und höre weiter! du sollst ein andermal mehr davon hören — ja, ich sage dir, seit eilf Monathen so gut als verbannt. Aber schon bereut der alte den voreiligen Schritt, den er doch, (lachend.) will ich hoffen, nicht selbst gethan hat. Auch liegt ihm die Edelreich täglich hart an mit ihren Vorwürfen und Klagen. Ueber kurz oder lang wird er ihn in allen vier Enden der Welt aufsuchen lassen, und gute Nacht, Herrmann! wenn er ihn findet. Du kannst ihm ganz demüthig die Kutsche halten, wenn er mit ihr in die Kirche zur Trauung fährt.