Seine Küsse — paradisisch Fühlen! —
Wie zwo Flammen sich ergreiffen, wie
Harfentöne in einander spielen
Zu der himmelvollen Harmonie,

Stürzten, flogen, rasten Geist und Geist zusammen,
Lippen, Wangen brannten, zitterten, —
Seele rann in Seele — Erd und Himmel schwammen
Wie zerronnen, um die Liebenden.

Er ist hin — vergebens ach! vergebens
Stöhnet ihm der bange Seufzer nach.
Er ist hin — und alle Lust des Lebens
Wimmert hin in ein verlornes Ach! —

Franz tritt auf.

Franz. Schon wieder hier, eigensinnige Schwärmerinn? Du hast dich vom frohen Mahle hinweggestohlen, und den Gästen die Freude verdorben.

Amalia. Schade für diese unschuldige Freuden! das Todtenlied muß noch in deinen Ohren murmeln, das deinem Vater zu Grabe hallte —

Franz. Willst du denn ewig klagen? Laß die Todten schlafen, und mache die Lebendigen glücklich! Ich komme —

Amalia. Und wann gehst du wieder?

Franz. O weh! kein so finsteres stolzes Gesicht! du betrübst mich, Amalia. Ich komme dir zu sagen —

Amalia. Ich muß wol hören, Franz von Moor ist ja gnädiger Herr worden.