Kosinsky. Hölle, Tod und Teufel! da stands! man hatte ihr die Wahl gelassen, ob sie mich lieber sterben sehen, oder die Mätresse des Fürsten werden wollte. Im Kampf zwischen Ehre und Liebe entschied sie für das zweyte, und (lachend) ich war gerettet.

Schweizer. Was thatst du da?

Kosinsky. Da stand ich, wie von tausend Donnern getroffen! — Blut! war mein erster Gedanke, Blut! mein letzter. Schaum auf dem Munde, renn ich nach Haus, wähle mir einen dreyspitzigen Degen, und damit in aller Hast in des Ministers Haus, denn nur er — er nur war der höllische Kuppler gewesen. Man muß mich von der Gasse bemerkt haben, denn wie ich hinauf trete, waren alle Zimmer verschlossen. Ich suche, ich frage: Er sey zum Fürsten gefahren, war die Antwort. Ich mache mich geradenwegs dahin, man wollte nichts von ihm wissen. Ich gehe zurück, sprenge die Thüren ein, find ihn, wollte eben — aber da sprangen fünf bis sechs Bediente aus dem Hinterhalt, und entwanden mir den Degen.

Schweizer (stampft auf den Boden.) Und er kriegte nichts, und du zogst leer ab?

Kosinsky. Ich ward ergriffen, angeklagt, peinlich processirt, infam — merkts euch! — aus besonderer Gnade infam aus den Gränzen gejagt, meine Güter fielen als Präsent dem Minister zu, meine Amalia bleibt in den Klauen des Tygers, verseufzt und vertrauert ihr Leben, während daß meine Rache fasten, und sich unter das Joch des Despotismus krümmen muß.

Schweizer (aufstehend seinen Degen wetzend.) Das ist Wasser auf unsere Mühle, Hauptmann! Da gibts was anzuzünden!

Moor (der bisher in heftigen Bewegungen hin und her gegangen, springt rasch auf, zu den Räubern.) Ich muß sie sehen — auf! rafft zusammen — du bleibst, Kosinsky — pakt eilig zusammen!

Die Räuber. Wohin? Was?

Moor. Wohin? wer fragt wohin? (heftig zu Schweizern.) Verräther, du willst mich zurückhalten? Aber bey der Hoffnung des Himmels! —

Schweizer. Verräther ich? — geh in die Hölle, ich folge dir!