Daniel. Gottes Lohn! Gottes Lohn! Ey Herr Jerem! — Eure Amalia, oh die wird's nicht überleben, die wird sterben vor Freude!
Moor (heftig.) Sie vergaß mich nicht?
Daniel. Vergessen? Wie schwäzt ihr wieder? Euch vergessen? — da hättet ihr sollen dabey seyn, hättet's sollen mit ansehen, wie sie sich gebehrdete, als die Zeitung kam, ihr wärt gestorben, die der gnädige Herr ausstreuen ließ —
Moor. Was sagst du? mein Bruder —
Daniel. Ja euer Bruder, der gnädige Herr, euer Bruder — ich will euch ein andermal mehr davon erzählen, wenn's Zeit dazu ist — und wie sauber sie ihm abkappte, wenn er ihr alle Tage, die Gott schickt, seinen Antrag machte, und sie zur gnädigen Frau machen wollte. O ich muß hin, muß hin, ihr sagen, ihr die Botschaft bringen (will fort.)
Moor. Halt, halt! sie darf's nicht wissen, darf's niemand wissen, auch mein Bruder nicht —
Daniel. Euer Bruder? Nein beyleibe nicht, er darf's nicht wissen! Er gar nicht! — Wenn er nicht schon mehr weiß, als er wissen darf — Oh ich sage euch, es gibt garstige Menschen, garstige Brüder, garstige Herren — aber ich möcht' um alles Gold meines Herrn willen kein garstiger Knecht seyn — der gnädige Herr hielt euch todt.
Moor. Hum! Was brummst du da?
Daniel (leiser.) Und wenn man freylich so ungebeten aufersteht — euer Bruder war des Herrn selig einziger Erbe —
Moor. Alter! — Was murmelst du da zwischen den Zähnen, als wenn irgend ein Ungeheuer von Geheimniß auf deiner Zunge schwebte, das nicht heraus wollte, und doch heraus sollte, rede deutlicher!