Franz. Das wird eine heilsame Wirkung thun.
D. a. Moor (zärtlich.) Bis er anders worden!
Franz. Schon recht, schon recht — Aber, wenn er nun kommt mit der Larve des Heuchlers, euer Mitleid erweint, eure Vergebung sich erschmeichelt, und morgen hingeht und eurer Schwachheit spottet im Arm seiner Huren? — Nein, Vater! Er wird freywillig wiederkehren, wenn ihn sein Gewissen reingesprochen hat.
D. a. Moor. So will ich ihm das auf der Stelle schreiben.
Franz. Halt! noch ein Wort, Vater! Eure Entrüstung, fürchte ich, möchte euch zu harte Worte in die Feder werfen, die ihm das Herz zerspalten würden — und dann — glaubt ihr nicht, daß er das schon für Verzeihung nehmen werde, wenn ihr ihn noch eines eigenhändigen Schreibens werth haltet? Darum wird's besser seyn, ihr überlaßt das Schreiben mir.
D. a. Moor. Thu' das, mein Sohn. — Ach! es hätte mir doch das Herz gebrochen! Schreib ihm — —
Franz (schnell.) Dabei bleibt's also?
D. a. Moor. Schreib ihm, daß ich tausend blutige Thränen, tausend schlaflose Nächte — Aber bring meinen Sohn nicht zur Verzweiflung.
Franz. Wollt ihr euch nicht zu Bette legen, Vater? Es griff euch hart an.
D. a. Moor. Schreib ihm, daß die väterliche Brust — Ich sage dir, bring meinen Sohn nicht zur Verzweiflung.