Fiesco (in heftiger Bewegung). Bei Gott! auf die ganze Kriegsmacht der Republik—auf Das war ich nicht gefaßt. Der alte schwächliche Mann schlägt mit vier Zeilen dritthalbtausend Mann. (Läßt kraftlos die Hände sinken.) Doria schlägt den Fiesco.

Bourgognino. So sprechen Sie doch! Wir erstarren.

Fiesco (liest). »Lavagna, Sie haben, däucht mich, Ein Schicksal mit mir—Wohlthaten werden Ihnen mit Undank belohnt. Dieser Mohr warnt mich vor einem Komplott—Ich sende ihn hier gebunden zurück und werde heute Nacht ohne Leibwache schlafen.« (Er läßt das Papier fallen. Alle sehen sich an.)

Verrina. Nun, Fiesco?

Fiesco (mit Adel). Ein Doria soll mich an Großmuth besiegt haben?
Eine Tugend fehlt im Stamm der Fiesker?—Nein! so wahr ich ich selber
bin!—Geht auseinander, ihr! Ich werde hingehen—und Alles bekennen.
(Will hinausstürzen.)

Verrina (hält ihn auf). Bist du wahnsinnig, Mensch? War es denn irgend ein Bubenstreich, den wir vorhatten? Halt! oder war's nicht Sache des Vaterlands! Halt! oder wolltest du nur dem Andreas zu Leibe, nicht dem Tyrannen? Halt! sag' ich—ich verhafte dich als einen Verräther des Staats-Verschworne. Bindet ihn! werft ihn zu Boden!

Fiesco (reißt Einem ein Schwert weg und macht sich Bahn). Sachte doch! Wer ist der Erste, der das Halfter über den Tiger wirft?—Seht, ihr Herrn—Frei bin ich—könnte durch, wo ich Luft hätte—Jetzt will ich bleiben, denn ich habe mich anders besonnen.

Bourgognino. Auf Ihre Pflicht besonnen?

Fiesco (aufgebracht, mit Stolz). Ha, Knabe! Lernen Sie erst die Ihrige
gegen mich auswendig, und mir nimmer das!—Ruhig, ihr Herrn—es bleibt
Alles wie vor.—(Zum Mohren, dessen Stricke er zerhaut.) Du hast das
Verdienst, eine große That zu veranlassen—Entfliehe!

Calcagno (zornig). Was? was? Leben soll der Heide? leben und uns alle verrathen haben?