Andreas (lacht). Du bist bei Laune, Freund. Bring deine Schwänke bei Tag. Mitternacht ist eine ungewöhnliche Stunde.

Fiesco. Du höhnst deinen Warner?

Andreas. Ich dank' ihm und geh zu Bette. Fiesco hat sich schläfrig geschwelgt und hat keine Zeit für Doria übrig.

Fiesco. Unglücklicher alter Mann—traue der Schlange nicht! Sieben Farben ringen auf ihrem spiegelnden Rücken—du nahst—und gählings schnürt dich der tödliche Wirbel. Den Wink eines Verräthers verlachtest du. Verlache den Rath eines Freundes nicht. Ein Pferd steht gesattelt in deinem Hof. Fliehe bei Zeit! Verlache den Freund nicht!

Andreas. Fiesco denkt edel. Ich hab' ihn niemal beleidigt, und
Fiesco verräth mich nicht.

Fiesco. Denkt edel, verräth dich, und gab dir Proben von Beidem.

Andreas. So steht eine Leibwache da, die kein Fiesco zu Boden wirft, wenn nicht Cherubim unter ihm dienen.

Fiesco (hämisch). Ich möchte sie sprechen, einen Brief in die
Ewigkeit zu bestellen.

Andreas (groß). Armer Spötter, hast du nie gehört, daß Andreas Doria
Achtzig alt ist, und Genua—glücklich? (Er verläßt die Altane.)

Fiesco (blickt ihm erstaunt nach). Mußt' ich diesen Mann erst stürzen, eh' ich lerne, daß es schwerer ist, ihm zu gleichen? (Er geht einige Schritte tiefsinnig auf und nieder.) Nun, ich machte Größe mit Größe wett—Wir sind fertig, Andreas, und nun, Verderben, gehe deinen Gang.