Zwölfter Auftritt

Fiesco. Calcagno. Sacco. Zenturione. Zibo. Soldaten mit Musik und Fahnen treten auf.

Fiesco (ihnen entgegen im Triumph). Genueser—der Wurf ist geworfen—Hier liegt er, der Wurm meiner Seele—die gräßliche Kost meines Hasses. Hebet die Schwerter hoch!—Gianettino!

Calcagno. Und ich komme, Ihnen zu sagen, daß zwei Drittheile von Genua Ihre Partei ergreifen und zu Fieskischen Fahnen schwören-Zibo. Und durch mich schickt Ihnen Verrina vom Admiralschiff seinen Gruß und die Herrschaft über Hafen und Meer-Zenturione. Und durch mich der Gouverneur der Stadt seinen Commandostab und die Schlüssel-Sacco. Und in mir wirft sich (indem er niederfällt) der große und kleine Rath der Republik knieend vor seinen Herrn und bittet fußfällig um Gnade und Schonung-Calcagno. Mich laßt den Ersten sein, der den großen Sieger in seinen Mauern willkommen heißt—Heil Ihnen—Senket die Fahnen tief!—Herzog von Genua!

Alle (nehmen die Hüte ab). Heil, Heil dem Herzog von Genua!
(Fahnenmarsch.)

Fiesco (stand die ganze Zeit über, den Kopf auf die Brust gesunken, in einer denkenden Stellung.)

Calcagno. Volk und Senat stehen wartend, ihren gnädigen Oberherrn im
Fürstenornat zu begrüßen—Erlauben Sie uns, durchlauchtigster Herzog,
Sie im Triumph nach der Signoria zu führen.

Fiesco. Erlaubt mir erst, daß ich mit meinem Herzen mich abfinde—Ich mußte eine gewisse theure Person in banger Ahnung zurücklassen, eine Person, die die Glorie dieser Nacht mit mir theilen wird. (Gerührt zur Gesellschaft.) Habt die Güte und begleitet mich zu eurer liebenswürdigen Herzogin! (Er will aufbrechen.)

Calcagno. Soll der meuchelmörderische Bube hier liegen und seine
Schande in diesem Winkel verhehlen?

Zenturione. Steckt seinen Kopf auf eine Hellebarde!