Leonore. Von meinem Mann—Nicht so! von dem Fiesco.
Calcagno. Was muß ich hören?
Leonore. O, nur ein Bubenstück, das bei euch gangbar ist, Männer.
Calcagno (faßt ihre Hand mit Heftigkeit). Gnädige Frau, ich habe ein
Herz für die weinende Tugend.
Leonore (ernst). Sie sind ein Mann—es ist nicht für mich.
Calcagno. Ganz für Sie—voll von Ihnen—daß Sie wüßten, wie sehr—wie unendlich sehr-Leonore. Mann, du lügst—du versicherst, eh du handelst.
Calcagno. Ich schwöre Ihnen-Leonore. Einen Meineid. Hör' auf! Ihr ermüdet den Griffel Gottes, der sie niederschreibt. Männer! Männer! wenn eure Eide zu so viel Teufeln würden, sie könnten Sturm gegen den Himmel laufen und die Engel des Lichts als Gefangene wegführen.
Calcagno. Sie schwärmen, Gräfin. Ihre Erbitterung macht Sie ungerecht. Soll das Geschlecht für den Frevel des Einzelnen Rede stehn?
Leonore (sieht ihn groß an). Mensch! ich betete das Geschlecht in dem Einzelnen an, soll ich es nicht in ihm verabscheuen dürfen?
Calcagno. Versuchen Sie, Gräfin—Sie gaben Ihr Herz das erstemal fehl—ich wüßte ihnen den Ort, wo es aufgehoben sein sollte.