Fiesco. Woher so in Athem?

Mohr. Geschwind, gnädiger Herr-Fiesco. Ist was ins Garn gelaufen?

Mohr. Lest diesen Brief. Bin ich denn wirklich da? Ich glaube, Genua ist um zwölf Gassen kürzer worden, oder meine Beine um so viel länger. Ihr verblaßt? Ja, um Köpfe werden sie karten, und der Eure ist Tarock. Wie gefällt's Euch?

Fiesco (wirft den Brief erschüttert auf den Tisch). Krauskopf und zehn Teufel! wie kommst zu diesem Brief?

Mohr. Ungefähr wie—Euer Gnaden zur Republik. Ein Expresser sollte damit nach Levanto fliegen! Ich wittre den Fraß, laure dem Burschen in einem Hohlweg auf. Baff, liegt der Marder—wir haben das Huhn.

Fiesco. Sein Blut über dich! Der Brief ist nicht mit Gold zu bezahlen.

Mohr. Doch dank' ich für Silber. (Ernsthaft und wichtig.) Graf von
Lavagna! Ich habe neulich einen Gelust nach Eurem Kopf gehabt.
(Indem er auf den Brief deutet.) Hier wär' er wieder—Jetzt, denk'
ich, wären gnädiger Herr und Halunke quitt. Fürs Weitere könnt Ihr
Euch beim guten Freund bedanken. (Reicht ihm einen zweiten Zettel.)
Numero zwei.

Fiesco (nimmt das Blatt mit Erstaunen). Wirst du toll sein?

Mohr. Numero zwei. (Er stellt sich trotzig neben ihn, stemmt den
Ellenbogen an.) Der Löwe hat's doch so dumm nicht gemacht, daß er die
Maus pardonnierte? (Arglistig.) Gelt! er hat's schlau gemacht, wer
hätt ihn auch sonst aus dem Garne genagt?—Nun? Wie behagt Euch das?

Fiesco. Kerl, wie viel Teufel besoldest du?