Präsident. Ja, Marschall, da haben Sie freilich nicht abkommen können.
Hofmarschall. Oben drein hat mich ein Schelm von Schneider noch sitzen lassen.
Präsident. Und doch fix und fertig?
Hofmarschall. Das ist noch nicht Alles.—Ein Malheur jagt heut das andere. Hören Sie nur!
Präsident (zerstreut). Ist das möglich?
Hofmarschall. Hören Sie nur! Ich steige kaum aus dem Wagen, so werden die Hengste scheu, stampfen und schlagen aus, daß mir—ich bitte Sie!—der Gassenkoth über und über an die Beinkleider spritzt. Was anzufangen? Setzen Sie sich um Gotteswillen in meine Lage, Baron! Da stand ich. Spät war es. Eine Tagreise ist es—und in dem Aufzug vor Seine Durchleucht! Gott der Gerechte!—Was fällt mir bei? Ich fingiere eine Ohnmacht. Man bringt mich über Hals und Kopf in die Kutsche. Ich in voller Carrière nach Haus—wechsle die Kleider—fahre zurück—Was sagen Sie?—und bin noch der erste in der Antichambre—Was denken Sie?-Präsident. Ein herrliches Impromptu des menschlichen Witzes—Doch das beiseite, Kalb—Sie sprachen also schon mit dem Herzog?
Hofmarschall (wichtig). Zwanzig Minuten und eine halbe.
Präsident. Das gesteh' ich!—und wissen wir also ohne Zweifel eine wichtige Neuigkeit?
Hofmarschall (ernsthaft, nach einigem Stillschweigen). Seine
Durchleucht haben heute einen Merde d'Oye Biber an.
Präsident. Man denke!—Nein, Marschall, so hab' ich doch eine bessere Zeitung für Sie—Daß Lady Milford Majorin von Walter wird, ist Ihnen gewiß etwas Neues?