Präsident. Das könnte noch hingehen. Aber zugleich hinterbringen mir meine Spionen, daß der Oberschenk von Bock auf dem Sprunge sei, um die Lady zu werben.

Hofmarschall. Sie machen mich rasend. Wer sagen Sie? von Bock sagen
Sie?—Wissen Sie denn auch, daß wir Todfeinde zusammen sind? Wissen
Sie auch, warum wir es sind?

Präsident. Das erste Wort, das ich höre.

Hofmarschall. Bester! Sie werden hören, und aus der Haut werden Sie fahren—Wenn Sie sich noch des Hofballs entsinnen—es geht jetzt ins einundzwanzigste Jahr—wissen Sie, worauf man den ersten Englischen tanzte, und dem Grafen von Meerschaum das heiße Wachs von einem Kronleuchter auf den Domino tröpfelte—Ach Gott, das müssen Sie freilich noch wissen!

Präsident. Wer könnte so was vergessen?

Hofmarschall. Sehen Sie! da hatte Prinzessin Amalie in der Hitze des Tanzes ein Strumpfband verloren—Alles kommt, wie befreiflich ist, in Allarm—von Bock und ich—wir waren noch Kammerjunker—wir kriechen durch den ganzen Redoutensaal, das Strumpfband zu suchen—endlich erblick ich's—von Bock merkt's—von Bock darauf zu, reißt es mir aus den Händen—ich bitte Sie!—bringt's der Prinzessin und schnappt mir glücklich das Compliment weg—Was denken Sie?

Präsident. Impertinent!

Hofmarschall. Schnappt mir das Compliment weg—Ich meine in Ohnmacht zu sinken. Eine solche Malice ist gar nicht erlebt worden.—Endlich ermann' ich mich, nähere mich Ihrer Durchlaucht und spreche: Gnädigste Frau! von Bock war so glücklich, Höchstdenenselben das Strumpfband zu überreichen, aber wer das Strumpfband zuerst erblickte, belohnt sich in der Stille und schweigt.

Präsident. Bravo, Marschall! Bravissimo!

Hofmarschall. Und schweigt—Aber ich werd's dem von Bock bis zum jüngsten Gerichte noch nachtragen—der niederträchtige, kriechende Schmeichler!—Und das war noch nicht genug—wie wir beide zugleich auf das Strumpfband zu Boden fallen, wischt mir von Bock an der rechten Frisur allen Puder weg, und ich bin ruiniert auf den ganzen Ball.