Ferdinand (mit starker, schrecklicher Stimme). Mehr als zu viel, um einen Schelmen, wie du bist, in jene Welt zu schicken! (Er dringt ihm die eine Pistole auf, zugleich zieht er sein Schnupftuch.) Nehmen Sie! Dieses Schnupftuch da fassen Sie!—Ich hab's von der Buhlerin.
Hofmarschall. Über dem Schnupftuch? Rasen Sie? Wohin denken Sie?
Ferdinand. Faß dieses End' an, sag' ich! sonst wirst du ja fehl schießen, Memme!—Wie sie zittert, die Memme! Du solltest Gott danken, Memme, daß du zum ersten Mal etwas in deinen Hirnkasten kriegst. (Hofmarschall macht sich auf die Beine.) Sachte! dafür wird gebeten sein. (Er überholt ihn und riegelt die Thür.)
Hofmarschall. Auf dem Zimmer, Baron?
Ferdinand. Als ob sich mit dir ein Gang vor den Wall verlohnte?—Schatz, so knallt's desto lauter, und das ist ja doch wohl das erste Geräusch, das du in der Welt machst—Schlag an!
Hofmarschall (wischt sich die Stirn). Und Sie wollen Ihr kostbares
Leben so aussetzen, junger, hoffnungsvoller Mann?
Ferdinand. Schlag an, sag' ich. Ich habe nichts mehr in dieser Welt zu thun.
Hofmarschall. Aber ich desto mehr, mein Allervortrefflichster.
Ferdinand. Du, Bursche? Was, du?—Der Nothnagel zu sein, wo die Menschen sich rar machen? In einem Augenblick siebenmal kurz und siebenmal lang zu werden, wie der Schmetterling an der Nadel? Ein Register zu führen über die Stuhlgänge deines Herrn und der Miethgaul seines Witzes zu sein? Eben so gut, ich führe dich, wie irgend ein seltenes Murmelthier mit mir. Wie ein zahmer Affe sollst du zum Geheul der Verdammten tanzen, apportieren und aufwarten und mit deinen höfischen Künsten die ewige Verzweiflung belustigen.
Hofmarschall. Was Sie befehlen, Herr! wie Sie belieben—Nur die
Pistolen weg!