Hofmarschall. Sie rasen. Sie hören nicht. Ich sah sie nie. Ich kenne sie nicht. Ich weiß gar nichts von ihr.
Ferdinand (zurücktretend). Du sahst sie nie? Kennst sie nicht? Weißt gar nichts von ihr?—Die Miller ist ist verloren um deinetwillen; die leugnest sie dreimal in einem Athem hinweg?—Fort, schlechter Kerl! (Er gibt ihm mit der Pistole einen Streich und stößt ihn aus dem Zimmer.) Für deines Gleichen ist kein Pulver erfunden!
Vierte Scene.
Ferdinand nach einem langen Stillschweigen, worin seine Züge einen schrecklichen Gedanken entwickeln.
Verloren! ja, Unglückselige!—Ich bin es. Du bist es auch. Ja, bei dem großen Gott! wenn ich verloren bin, bist du es auch! Richter der Welt! Fordre sie mir nicht ab! Das Mädchen ist mein. Ich trat dir deine ganze Welt für das Mädchen ab, habe Verzicht gethan auf deine ganze herrliche Schöpfung. Laß mir das Mädchen.—Richter der Welt! dort winseln Millionen Seelen nach dir—dorthin kehre das Auge deines Erbarmens—mich laß allein machen, Richter der Welt! (Indem er schrecklich die Hände faltet.) Sollte der reiche, vermögende Schöpfer mit einer Seele geizen, die noch dazu die schlechteste seiner Schöpfung ist?—Das Mädchen ist mein! Ich einst ihr Gott, jetzt ihr Teufel!
(Die Augen graß in einen Winkel geworfen.)
Eine Ewigkeit mit ihr auf ein Rad der Verdammniß geflochten—Augen in
Augen wurzelnd—Haare zu Berge stehend gegen Haare—auch unser hohles
Wimmern in eins geschmolzen—und jetzt zu wiederholen meine
Zärtlichkeiten und jetzt ihr vorzusingen ihre Schwüre—Gott! Gott!
die Vermählung ist fürchterlich—aber ewig! (Er will schnell hinaus.
Der Präsident tritt herein.)
Fünfte Scene.
Der Präsident und Ferdinand.
Ferdinand (zurücktretend). O!—mein Vater!