Ferdinand. Und wohl, wenn's nur Thränen wären!—Weil wir vorhin von der Musik sprachen, Miller—(Eine Börse ziehend.) Ich bin noch Sein Schuldner.

Miller. Wie? Was? Gehen Sie mir, Baron! Wofür halten Sie mich? Das steht ja in guter Hand, thun Sie mir doch den Schimpf nicht an, und sind wir ja, will's Gott, nicht das letzte Mal bei einander.

Ferdinand. Wer kann das wissen? Nehm' Er nur. Es ist für Leben und
Sterben.

Miller (lachend). O deßwegen, Baron! Auf den Fall, denk' ich, kann man's wagen bei Ihnen.

Ferdinand. Man wagte wirklich—Hat Er nie gehört, daß Jünglinge gefallen sind—Mädchen und Jünglinge, die Kinder der Hoffnung, die Luftschlösser betrogener Väter—Was Wurm und Alter nicht thun, kann oft ein Donnerschlag ausrichten—Auch Seine Luise ist nicht unsterblich.

Miller. Ich hab' sie von Gott.

Ferdinand. Hör' Er—Ich sag' Ihm, sie ist nicht unsterblich. Diese Tochter ist Sein Augapfel. Er hat sich mit Herz und Seel' an diese Tochter gehängt. Sei Er vorsichtig, Miller. Nur ein verzweifelter Spieler setzt Alles auf einen einzigen Wurf. Einen Waghals nennt man den Kaufmann, der auf ein Schiff sein ganzes Vermögen ladet—Hör' Er, denk' Er der Warnung nach—Aber warum nimmt Er Sein Geld nicht?

Miller. Was, Herr? die ganze allmächtige Börse? Wohin denken Eure
Gnaden?

Ferdinand. Auf meine Schuldigkeit—Da! (Er wirft den Beutel auf den
Tisch, daß Goldstücke herausfallen.) Ich kann den Quark nicht eine
Ewigkeit so halten.

Miller (bestürzt). Was beim großen Gott? Der klang nicht wie Silbergeld! (Er tritt zum Tisch und ruft mit Entsetzen.) Wie, um aller Himmel willen, Baron? Baron? Wie sind Sie? Was treiben Sie, Baron? Das nenn' ich mir Zerstreuung! (Mit zusammengeschlagenen Händen.) Hier liegt ja—oder bin ich verhext,—oder—Gott verdamm mich! Da greif' ich ja das baare, gelbe, leibhaftige Gottesgold—Nein, Satanas! Du sollst mich nicht daran kriegen!