Miller. Zum Präsidenten?

Ferdinand. Nicht zu ihm selbst. Er übergibt Seinen Auftrag in der
Garderobe einem Kammerdiener—Zu Seiner Legitimation ist hier meine
Uhr—Ich bin noch da, wenn Er wieder kommt.—Er wartet auf Antwort.

Luise (sehr ängstlich). Kann denn ich das nicht auch besorgen?

Ferdinand (zu Millern, der eben fort will). Halt, und noch etwas!
Hier ist ein Brief an meinen Vater, der diesen Abend an mich
eingeschlossen kam—Vielleicht dringende Geschäfte—Es geht in einer
Bestellung hin-Miller. Schon gut, Baron!

Luise (hängt sich an ihn, in der entsetzlichsten Bangigkeit). Aber, mein Vater, Dies alles könnt' ich ja recht gut besorgen.

Miller. Du bist allein, und es ist finstre Nacht, meine Tochter.
(Ab.)

Ferdinand. Leuchte deinem Vater, Luise! (Während dem, daß sie Millern mit dem Licht begleitet, tritt er zum Tisch und wirft Gift in ein Glas Limonade.) Ja, sie soll dran! Sie soll! Die obern Mächte nicken mir ihr schreckliches Ja herunter, die Rache des Himmels unterschreibt, ihr guter Engel läßt sie fahren-

Siebente Scene.

Ferdinand und Luise.

Sie kommt langsam mit dem Lichte zurück, setzt es nieder und stellt sich auf die entgegengesetzte Seite vom Major, das Gesicht auf den Boden geschlagen und nur zuweilen furchtsam und verstohlen nach ihm hinüberschielend. Er steht auf der andern Seite und sieht starr vor sich hinaus. (Großes Stillschweigen, das diesen Auftritt ankündigen muß.)