Kalaf (hat das aufgesteckte Haupt mit Nachdenken und Rührung
betrachtet).
Verlorner Jüngling! Welche dunkle Macht
Reißt mich geheimnißvoll, unwiderstehlich
Hinauf in deine tödtliche Gesellschaft?
(Er bleibt nachsinnend stehen; dann wendet er sich zu Barak.)
—Wozu die Thränen, Barak? Hast du mich
Nicht einmal schon für todt beweint? Komm, komm!
Entdecke keiner Seele, wer ich bin.
Vielleicht—wer weiß, ob nicht der Himmel, satt,
Mich zu verfolgen, mein Beginnen segnet
Und meinen armen Eltern Trost verleiht.
Wo nicht—Was hat ein Elender zu wagen?
Für deine Liebe will ich dankbar sein,
Wenn ich die Räthsel löse—Lebe wohl!
(Er will gehen, Barak hält ihn zurück, unterdessen kommt Skirina,
Baraks Weib, aus dem Hause.)
Barak. Nein, nimmermehr! Komm mir zu Hilfe, Frau!
Laß ihn nicht weg—Er geht, er ist verloren,
Der theure Fremdling geht, er will es wagen,
Die Räthsel dieser Furie zu lösen.
Vierter Auftritt.
Skirina zu den Vorigen.
Skirina (tritt ihm in den Weg).
O weh! Was hör' ich? Seid Ihr nicht mein Gast?
Was treibt den zarten Jüngling in den Tod?
Kalaf. Hier, gute Mutter! Dieses Götterbild
Ruft mich zu meinem Schicksal. (Zeigt ihr das Bildnis.)
Skirina. Wehe mir!
Wie kam das höll'sche Bild in seine Hand?