Vorige. Truffaldin mit den Verschnittenen.
Truffaldin (ist nach und nach näher gekommen, hat die Ausgänge
besetzt und tritt nun hervor, mit übertriebenen Geberden dem
Barak den Degen auf die Brust haltend).
Halt an und steht! Nicht von der Stelle! Nicht
Gemuckst! Der ist des Todes, der sich rührt.
Skirina. O wehe mir!
Barak. Ich weiß, Ihr sucht den Hassan.
Hier bin ich, führt mich fort.
Truffaldin. Bst! Keinen Lärmen! 's ist gut gemeint. Es soll Euch eine ganz Absonderliche Gnad' und Ehr' geschehn.
Barak. Ja, ins Serail wollt Ihr mich führen, kommt!
Truffaldin. Gemach! Gemach! Ei, seht doch, welche Gunst
Euch widerfährt! Ins Harem! ins Serail
Der Königin—Ihr glückliche Person!
's kommt keine Fliege ins Serail, sie wird
Erst wohl besichtigt und beschaut, ob sie
Ein Männchen oder Weib, und ist's ein Männchen,
Wird's ohne Gnad' gekreuzigt und gepfählt.
—Wer ist der Alte da?
Barak. Ein armer Bettler,
Den ich nicht kenne—Kommt und laßt uns gehn.
Truffaldin (betrachtet den Timur mit lächerlicher Genauigkeit).
Gemach! Gemach! Ein armer Bettler! Ei!
—Wir haben uns großmüthig vorgesetzt,
Auch dieses armen Bettlers Glück zu machen.
(Bemerkt und betrachtet die Skirina.)
—Wer ist die Weibsperson?
Barak. Was zögerst du?
Ich weiß, daß deine Königin mich erwartet.
Laß diesen Greis! Das Weibsbild kenn' ich nicht,
Hab's nie gesehn und weiß nicht, wer sie ist.