Pantalon. Ums Himmelwillen, Sire, schreibt ihr den Laufpaß,
So schnell Ihr könnt, und gebt ihr, wenn sie's fordert,
Ein ganzes Königreich noch auf den Weg.
Mir ist ganz weh und bang, daß unsre Freude
In Rauch aufgeht solang ein wüthend Weib
Sich unter einem Dach mit Euch befindet.

Altoum (zu Turandot).
An solchem Freudentag, den du mir schenkst,
Soll meine Milde keine Grenzen kennen.
Nicht bloß die Freiheit schenk' ich ihr. Sie nehme
Die väterlichen Staaten auch zurück
Und theile sie mit einem würd'gen Gatten,
Der klug sei und den Mächtigen nicht reize.

Adelma. Sire—Königin—ich bin beschämt, verwirrt,
So große Huld und Milde drückt mich nieder.
Die Zeit vielleicht, die alle Wunden heilt,
Wird meinen Kummer lindern—Jetzt vergönnt mir
Zu schweigen und von eurem Angesicht
Zu gehn—Denn nur der Thränen bin ich fähig,
Die unaufhaltsam diesem Aug entströmen.

(Sie geht ab mit verhülltem Gesicht, noch einen glühenden
Blick auf Kalaf werfend, ehe sie scheidet.)

Letzter Auftritt.

Die Vorigen, ohne Adelma. Gegen das Ende Timur, Barak,
Skirina und Zelima.

Kalaf. Mein Vater, o, wo find' ich dich, wo bist du,
Daß ich die Fülle meines Glücks in deinen Busen
Ausgieße?

Turandot (verlegen und beschämt).
Kalaf, Euer edler Vater ist
Bei mir, ist hier—In diesem Augenblicke
Fühlt er sein Glück—Verlangt nicht mehr zu wissen,
Nicht ein Geständniß, das mich schamroth macht,
Vor allen diesen Zeugen zu vernehmen.

Altoum. Timur bei dir? Wo ist er?—Freue dich,
Mein Sohn. Dies Kaiserreich hast du gewonnen;
Auch dein verlornes Reich ist wieder dein.
Ermordet ist der grausame Tyrann,
Der dich beraubte! Deines Volkes Stimme
Ruft dich zurück auf deiner Väter Thron,
Den dir ein treuer Diener aufbewahrt.
Durch alle Länder hat dich seine Botschaft
Gesucht, und selbst zu mir ist sie gedrungen.
—Dies Blatt enthält das Ende deines Unglücks.

(Überreicht ihm einen Brief.)