Wallenstein.
Ihr Schmerz wird sanfter werden. Sie wird weinen.

Gräfin.
Auch dich, mein Bruder, find ich nicht wie sonst.
Nach einem Sieg erwartet' ich dich heitrer.
O bleibe stark! Erhalte du uns aufrecht,
Denn du bist unser Licht und unsre Sonne.

Wallenstein.
Sei ruhig. Mir ist nichts—Wo ist dein Mann?

Gräfin.
Zu einem Gastmahl sind sie, er und Illo.

Wallenstein. (steht auf und macht einige Schritte durch den Saal)
Es ist schon finstre Nacht—Geh auf dein Zimmer.

Gräfin.
Heiß mich nicht gehn, o laß mich um dich bleiben.

Wallenstein. (ist ans Fenster getreten)
Am Himmel ist geschäftige Bewegung,
Des Turmes Fahne jagt der Wind, schnell geht
Der Wolken Zug, die Mondessichel wankt,
Und durch die Nacht zuckt ungewisse Helle.
—Kein Sternbild ist zu sehn! Der matte Schein dort,
Der einzelne, ist aus der Kassiopeia,
Und dahin steht der Jupiter—Doch jetzt
Deckt ihn die Schwärze des Gewitterhimmels!
(Er versinkt in Tiefsinn und sieht starr hinaus).

Gräfin. (die ihm traurig zusieht, faßt ihn bei der Hand).
Was sinnst du?

Wallenstein.
Mir deucht, wenn ich ihn sähe, wär' mir wohl.
Es ist der Stern, der meinem Leben strahlt,
Und wunderbar oft stärkte mich sein Anblick.
(Pause.)

Gräfin.
Du wirst ihn wiedersehn.