Seni.
O glaube nicht, daß leere Furcht mich täusche.
Komm, lies es selbst in dem Planetenstand,
Daß Unglück dir von falschen Freunden droht.

Wallenstein.
Von falschen Freunden stammt mein ganzes Unglück.
Die Weisung hätte früher kommen sollen,
Jetzt brauch ich keine Sterne mehr dazu.

Seni.
O komm und sieh! Glaub deinen eignen Augen.
Ein greulich Zeichen steht im Haus des Lebens,
Ein naher Feind, ein Unhold lauert hinter
Den Strahlen deines Sterns—O laß dich warnen!
Nicht diesen Heiden überliefre dich,
Die Krieg mit unsrer heil'gen Kirche führen.

Wallenstein. (lächelnd)
Schallt das Orakel daher?—Ja! Ja! Nun
Besinn' ich mich—Dies schwed'sche Bündnis hat
Dir nie gefallen wollen—Leg dich schlafen,
Baptista! Solche Zeichen fürcht ich nicht.

Gordon. (der durch diese Reden heftig erschüttert worden,
wendet sich zu Wallenstein).
Mein fürstlicher Gebieter! Darf ich reden?
Oft kommt ein nützlich Wort aus schlechtem Munde.

Wallenstein.
Sprich frei!

Gordon.
Mein Fürst! Wenn's doch kein leeres Furchtbild wäre,
Wenn Gottes Vorsehung sich dieses Mundes
Zu Ihrer Rettung wunderbar bediente!

Wallenstein.
Ihr sprecht im Fieber, einer wie der andre.
Wie kann mir Unglück kommen von den Schweden?
Sie suchten meinen Bund, er ist ihr Vorteil.

Gordon.
Wenn dennoch eben dieser Schweden Ankunft—
Gerade die es wär', die das Verderben
Beflügelte auf Ihr so sichres Haupt—
(vor ihm niederstürzend)
O noch ist's Zeit, mein Fürst—

Seni. (kniet nieder)
O hör ihn! hör ihn!