Octavio. (außer Fassung, zitternd)
Max! Max! Wenn das Entsetzliche mich trifft,
Wenn du—mein Sohn—mein eignes Blut—ich darf's
Nicht denken! dich dem Schändlichen verkaufst,
Dies Brandmal aufdrückst unsers Hauses Adel,
Dann soll die Welt das Schauderhafte sehn,
Und von des Vaters Blute triefen soll
Des Sohnes Stahl im gräßlichen Gefechte.
Max.
Oh! hättest du vom Menschen besser stets
Gedacht, du hättest besser auch gehandelt.
Fluchwürd'ger Argwohn! Unglücksel'ger Zweife!
Es ist ihm Festes nichts und Unverrücktes,
Und alles wanket, wo der Glaube fehlt.
Octavio.
Und trau ich deinem Herzen auch, wird's immer
In deiner Macht auch stehen, ihm zu folgen?
Max.
Du hast des Herzens Stimme nicht bezwungen,
So wenig wird der Herzog es vermögen.
Octavio.
Oh! Max, ich seh dich niemals wiederkehren!
Max.
Unwürdig deiner wirst du nie mich sehn.
Octavio.
Ich geh nach Frauenberg, die Pappenheimer
Laß ich dir hier, auch Lothringen, Toscana
Und Tiefenbach bleibt da, dich zu bedecken.
Sie lieben dich und sind dem Eide treu
Und werden lieber tapfer streitend fallen,
Als von dem Führer weichen und der Ehre.
Max.
Verlaß dich drauf, ich lasse fechtend hier
Das Leben oder führe sie aus Pilsen.
Octavio. (aufbrechend)
Mein Sohn, leb wohl!
Max.
Leb wohl!
Octavio.
Wie? Keinen Blick
Der Liebe? Keinen Händedruck zum Abschied?
Es ist ein blut'ger Krieg, in den wir gehn,
Und ungewiß, verhüllt ist der Erfolg.
So pflegten wir uns vormals nicht zu trennen.
Ist es denn wahr? Ich habe keinen Sohn mehr?
(Max fällt in seine Arme, sie halten einander lange schweigend
umfaßt, dann entfernen sie sich nach verschiedenen Seiten.)