Thekla.
O meine ahnungsvolle Seele—Jetzt—
Jetzt ist sie da, die kalte Schreckenshand,
Die in mein fröhlich Hoffen schaudernd greift.
Ich wußt' es wohl—O gleich, als ich hier eintrat,
Weissagte mir's das bange Vorgefühl,
Daß über mir die Unglückssterne stünden—
Doch warum denk ich jetzt zuerst an mich—
O meine Mutter! meinen Mutter!
Gräfin.
Faßt Euch.
Brecht nicht in eitle Klagen aus. Erhaltet
Dem Vater einen Freund, Euch den Geliebten,
So kann noch alles gut und glücklich werden.
Thekla.
Gut werden! Was? Wir sind getrennt auf immer!—
Ach, davon ist nun gar nicht mehr die Rede.
Gräfin.
Er läßt Euch nicht! Er kann nicht von Euch lassen.
Thekla.
O der Unglückliche!
Gräfin.
Wenn er Euch wirklich liebt, wird sein Entschluß
Geschwind gefaßt sein.
Thekla.
Sein Entschluß wird bald
Gefaßt sein, daran zweifelt nicht. Entschluß!
Ist hier noch ein Entschluß?
Gräfin.
Faßt euch. Ich höre
Die Mutter nahn.
Thekla.
Wie werd ich ihren Anblick
Ertragen!
Gräfin.
Faßt Euch.