Gräfin.
Ihr seht's mit Euren Augen—Aber ist
Das ein Gespräch, womit wir ihn erwarten?
Er wird bald hier sein, wißt Ihr. Soll er sie
In diesem Zustand finden?

Herzogin.
Komm, mein Kind.
Wisch deine Tränen ab. Zeig deinem Vater
Ein heitres Antlitz—Sieh, die Schleife hier
Ist los—Dies Haar muß aufgebunden werden.
Komm, trockne deine Tränen. Sie entstellen
Dein holdes Auge—Was ich sagen wollte?
Ja, dieser Piccolomini ist doch
Ein würd'ger Edelmann und voll Verdienst.

Gräfin.
Das ist er, Schwester.

Thekla. (zur Gräfin, beängstigt.)
Tante, wollt Ihr mich
Entschuldigen?
(Will gehen.)

Gräfin.
Wohin? Der Vater kommt.

Thekla.
Ich kann ihn jetzt nicht sehn.

Gräfin.
Er wird Euch aber
Vermissen, nach Euch fragen.

Herzogin.
Warum geht sie?

Thekla.
Es ist mir unerträglich, ihn zu sehn.

Gräfin. (zur Herzogin).
Ihr ist nicht wohl.