Wallenstein. (zum Gefreiten)
Nun so laß hören.

Gefreiter.
Ein kaiserlicher Brief kam uns zu Handen,
Der uns—

Wallenstein. (unterbricht ihn)
Wer wählte Euch?

Gefreiter.
Jedwede Fahn'
Zog ihren Mann durchs Los.

Wallenstein.
Nun denn zur Sache!

Gefreiter.
Ein kaiserlicher Brief kam uns zu Handen,
Der uns befiehlt, die Pflicht dir aufzukündigen,
Weil du ein Feind und Landsverräter seist.
Wallenstein.
Was habt ihr drauf beschlossen?

Gefreiter.
Unsre Kameraden
Zu Braunau, Budweis, Prag und Olmütz haben
Bereits gehorcht, und ihrem Beispiel folgten
Die Regimenter Tiefenbach, Toscana.
—Wir aber glauben's nicht, daß du ein Feind
Und Landsverräter bist, wir halten's bloß
Für Lug und Trug und spanische Erfindung.
(Treuherzig.)
Du selber sollst uns sagen, was du vorhast,
Denn du bist immer wahr mit uns gewesen,
Das höchste Zutraun haben wir zu dir,
Kein fremder Mund soll zwischen uns sich schieben,
Den guten Feldherrn und die guten Truppen.

Wallenstein.
Daran erkenn ich meine Pappenheimer.

Gefreiter.
Und dies entbietet dir dein Regiment:
Ist's deine Absicht bloß, dies Kriegeszepter,
Das dir gebührt, das dir der Kaiser hat
Vertraut, in deinen Händen zu bewahren,
Östreichs rechtschaffner Feldhauptmann zu sein,
So wollen wir dir beistehn und dich schützen
Bei deinem guten Rechte gegen jeden—
Und wenn die andern Regimenter alle
Sich von dir wenden, wollen wir allein
Dir treu sein, unser Leben für dich lassen.
Denn das ist unsre Reiterpflicht, daß wir
Umkommen lieber, als dich sinken lassen.
Wenn's aber so ist, wie des Kaisers Brief
Besagt, wenn's wahr ist, daß du uns zum Feind
Treuloserweise willst hinüberführen,
Was Gott verhüte! ja, so wollen wir
Dich auch verlassen und dem Brief gehorchen.

Wallenstein.
Hört, Kinder—